Digitaler Adventskalender 2020

Hallo!
Auch in diesem Jahr wollen wir unsere Tradition fortführen, als Fachschaft einen Adventskalender für die Fakultät zu gestalten – dieses Mal natürlich digital. Dafür werden wir über unsere Social-Media-Kanäle kurze Videos, Textbeiträge, Rezepte und vieles mehr für jeden Tag in der Adventszeit teilen. Seid gespannt! Wir wünschen Euch eine schöne und besinnliche Adventszeit! 🎄😇


24. Dezember


23. Dezember

Lockdown 2020, alle Geschäfte haben zu, Weihnachten steht kurz bevor. Noch ca. 36 Stunden bis zur Bescherung. Dir fehlen noch Geschenke?
Damit Du nicht auf die gleiche Idee wie mein Vater zurückgreifen musst („Ach, ich lege euch eine Tomate unter den Baum – das ist doch mal was Besonderes“), kommen hier einige Last-Minute-Ideen:

  • Kekse oder Zimtschnecken backen -> Genug Rezepte gibt es in unserem Kalender 😊
  • Online-Kochkurs
  • Spende für ein soziales Projekt schenken
  • Jahresrückblick in Form eines Briefes/Videos
  • Online-Escape-Room
  • Schreibe ein Buch mit persönlichen Empfehlungen:
    • Deine Lieblingsbücher
    • Filme, die man gesehen haben muss
    • Restaurant-Empfehlungen
    • Top 5 Reiseziele
    • Gesellschaftsspiele
    • Kochrezepte
  • Fotokalender; falls die Bilder fehlen, kann man auch schöne Sprüche einschreiben
  • Verschiedene Gewürze zusammenstellen
  • Zutaten, um Cocktails selbst zu machen
  • Der Klassiker: Gutscheine (am besten direkt mit Terminvorschlägen, denn sonst werden sie oft nicht eingelöst)
  • Weihnachtsmarkt für zu Hause:
    • Schmalzkuchen (kann zu Hause, auch ohne Friteuse selbst gemacht werden)
    • Glühwein
    • gebrannte Mandeln

Ich wünsche Ihnen und Euch frohe und besinnliche Weihnachtstage und alles Gute für das kommende Jahr 2021!

Felicitas Butzer


22. Dezember

Von Prof. C. Polke


21. Dezember

Im Protevangelium des Jakobus, einer apokryphen frühchristlichen Schrift, lesen wir davon, wie Josef sich mit seiner Familie nach Bethlehem aufmacht. Plötzlich bemerkt Maria, dass die Geburt ansteht. Etwas verzweifelt hebt Josef sie vom Esel und fragt: „Wohin soll ich dich bringen und dich in dieser misslichen Lage beschützen? Der Ort ist einsam“. Das Protevangelium erzählt, dass Josef Maria in einer Höhle zurücklässt, während er loszieht, um eine Hebamme zu finden. Darauf folgt ein Monolog des Josef, der im Dunkeln herumirrt: „Ich aber, Josef, ging umher und ging (doch) nicht umher. Und ich blickte hinauf zum Himmelsgewölbe und sah es stillstehen, und ich blickte hinauf in die Luft und sah sie erstarrt und die Vögel des Himmels unbeweglich bleiben. Und ich blickte auf die Erde und sah dort eine Schüssel stehen und Arbeiter (darum) gelagert; ihre Hände waren in der Schüssel. Aber die Kauenden kauten nicht, und die etwas aufhoben, hoben nichts auf, und die etwas zum Mund führten, führten nicht. Vielmehr hatten alle den Blick nach oben gerichtet. Und ich sah, wie Schafe getrieben wurden, doch die Schafe blieben stehen. Und der Hirte erhob die Hand, sie zu schlagen, doch seine Hand blieb oben stehen. Und ich blickte auf den Lauf des Flusses, und ich sah, wie die Mäuler der Böcke auf dem Wasser lagen, aber nicht tranken. Dann ging alles auf einmal wieder seinen Gang“. Daraufhin begegnet Josef einer alten Frau, die sich als Hebamme zu erkennen gibt. Als die beiden bei der Höhle ankommen, ist die Geburt aber bereits vorüber.

Das Protevangelium berichtet hier von einem Stillstand der Natur, wie er in der antiken Literatur mehrfach im Zusammenhang mit der Geburt eines Gottes oder einer prophetischen Figur belegt ist. Die Zeit scheint stehen zu bleiben, die Hirten blicken nach oben – doch erfahren wir aus der Erzählung nicht, was sie dort oben sehen. Der Erzähler dieser frühchristlichen Geschichte hat aber vielleicht Leser im Blick, die die Erzählung aus dem Lukasevangelium kennen und daher genau wissen, was die Hirten sehen: den Verkündigungsengel (Lk 2,8-16). Aber warum bekommt Josef dies nicht mit? Warum sieht und hört er nichts, wo die Hirten Licht und Engel sehen und die Verkündigung der frohen Botschaft hören? Das Protevangelium überlässt die Deutung dieser Erzählung den Lesern.

Vielleich können wir sie in dieser Adventszeit folgendermaßen lesen: Josef ist mit seiner jungen Frau allein in der Wildnis Judäas unterwegs und sucht für deren sich anbahnende erste Geburt verzweifelt Unterstützung und medizinischen Beistand. Er ist viel zu beschäftigt mit den Dingen, die für ihn in diesem Moment seine zentralen Aufgaben darstellen. In seiner Geschäftigkeit, seiner Eile und auch seiner Angst und Sorge hat er keinen Blick für die Dinge, die sich um ihn herum abspielen und die das Protevangelium mit dem eigentlich elementaren Ereignis verbindet: dem Wunder der Geburt Gottes.

Ich wünsche Ihnen allen eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit!

Von Prof. S. Luther


20. Dezember

Von Prof. P. Gemeinhardt


19. Dezember

Von Elisabeth Behr und Johanna Behr


18. Dezember

Von Dr. A. Bencsik


17. Dezember

Meine Heimatstadt Turku ist nicht nur der Sitz des finnischen Erzbischofs, sondern auch die offizielle Weihnachtsstadt des Landes. (Wer das entschieden hat, weiß kein Mensch.) Turku, die älteste Stadt des Landes, war die Hauptstadt des Großfürstentums Finnland bis 1812, bis Helsinki diesen Status bekam. (Das wurde wiederum von Zar Alexander I. entschieden.) Die Bewohner*innen von Turku sind (zu Recht) immer noch davon überzeugt, dass sie in der Hauptstadt wohnen, und am 24.12. spielen alle anderen für eine kurze Zeit mit, denn dann findet der urigste Weihnachtsbrauch des Landes statt: „Suomen Turku julistaa joulurauhan“. Nachdem die Glocken des Doms von Turku zwölf Mal geschlagen haben,  wird der Weihnachtsfrieden angekündigt.

Seit dem 14. Jh. kündigte man in Schweden und dadurch auch in Finnland den Weihnachtsfrieden an. Während des 20 Tage langen Weihnachtsfriedens bekam man härtere Strafen für Verbrechen als sonst. Dies ist nicht mehr der Fall, aber aus alter Tradition heraus steigt jedes Jahr der Protokollchef der Stadt Turku um 12 Uhr auf einen Balkon und verkündet aus einem altgemachten modernen Manuskript den Weihnachtsfrieden. (Rätselhaft bleibt, was er über das Jahr sonst zu tun hat, man kennt ihn nur von diesem Ereignis.) Unter dem Balkon stehen der Männerchor Laulun ystävät und eine Militärkapelle, die jedes Jahr dasselbe Begleitprogramm absolvieren. Militärmärsche passen ja bestens zum Weihnachtsfrieden!

Wer in Turku von sich etwas hält, pilgert zum alten Marktplatz und folgt dem Geschehen feierlich, egal ob es regnet oder die Temperaturen weit unter -20 Grad sind. Die Anwesenden dürfen sogar mitwirken, denn jedes Jahr wird auch noch der Nationalhymnus auf Finnisch und Schwedisch gesungen, zudem Luthers Jumala ompi linnamme (= Ein feste Burg ist unser Gott)! Die Lokalzeitung Turun Sanomat druckt dazu ein Merkblatt als Hilfestellung für die Anfänger*innen, die die Lieder noch nicht auswendig kennen. (Hilfreich auch für die deutschen Ehegatten, die diese Tradition nicht so ganz verstehen.)

Und was machen die armseligen Leute, die weit weg von Turku wohnen? Sie sehen sich das Ganze im Fernsehen an! Nach dem „Joulurauhan julistus“ gehört es sich, Milchreis zu essen. Wer eine Mandel in seiner Portion findet, muss ein Weihnachtslied vortragen. Oder auch Jumala ompi linnamme …

Den Livestream findet man am 24.12. auf www.yle.fi. Da der Protokollchef in diesem Jahr einem leeren Marktplatz vorlesen muss, kommt man vielleicht mit einer alten Aufnahme besser in Stimmung.

In diesem Sinne: Riemullista joulujuhlaa!

Von Dr. R. S. Salo


16. Dezember


Von Franziska Wilde


15. Dezember

Von Prof. F. Wilk


14. Dezember

Eine Videoempfehlung von Dr. G. Kalinna:


13. Dezember

Von Hanna von Lingen, Moritz von Lingen und Merten Spiegel


12. Dezember

Von Dr. M. C. Hauck


11. Dezember

Ich kann nicht backen. Doch im März schlossen die Kitas und ich musste etwas tun. Diese Zimtschnecken gelingen auch, wenn man nicht backen kann und gleichzeitig auf zwei Kinder aufpassen muss.

Teig: 250 ml Milch (Raumtemperatur), 1 Päckchen Trockenhefe, 400g Mehl, 70g Zucker, 1 Prise Salz, 70g Butter.
Füllung: 75g weiche Butter, 75g dunkler Rohrzucker, 2 TL Zimt.

  1. Milch und Hefe in einer Schüssel vermischen. 10 Min. stehen lassen.
  2. Mehl, Zucker und Salz in einer Schüssel vermischen, Hefemilch hinzugeben und alles fünf Min. rühren, bis ein glatter Teig entstanden ist. Bei laufender Maschine nach und nach die Butter unterrühren, bis sie sich vollständig mit dem Teig verbunden hat. Teig ca. 90 Min. gehen lassen.
  3. Für die Füllung Butter, Zucker und Zimt cremig aufschlagen.
  4. Jetzt kommt der komplizierteste Teil des Rezepts. Ich zitiere aus dem Original:

„Teig nach dem Gehen auf die bemehlte Arbeitsfläche geben und etwa ½ cm dick zu einem 30 cm breiten und 60 cm langen Rechteck ausrollen. Die kurze Seite parallel zur Kante der Arbeitsfläche legen. [Die Füllung] gleichmäßig  […] auf dem ausgerollten Teig verstreichen. Das Teigrechteck dann parallel zur Kante der Arbeitsfläche in drei gleiche Teile einteilen. Das untere Drittel des Teigrechtecks über das mittlere  Drittel klappen, dann das obere Drittel so darüberklappen, dass die Füllung nun zwischen den Teigschichten eingeschlossen und nicht mehr sichtbar ist“ (K. Young, Little Library Cookbook, München 2017, S. 40).

Das Rechteck, das man jetzt hoffentlich vor sich liegen hat, zu einer Wurst rollen, die wiederum in 14 Scheiben (= Zimtschnecken) schneiden.

  1. Zimtschnecken auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen, abdecken, nochmals 1 Stunde gehen lassen. Backofen vorheizen (230°C) und Zimtschnecken in ca. 8 Min. goldbraun backen.

Vielleicht trösten die Gute-Laune-Garanten Zimt, Zucker, Butter ein wenig über geschlossene Weihnachtsmärkte (so man sie vermisst) und andere Pandemie-Ärgernisse hinweg.

Ihr Matthias Schnurrenberger


10. Dezember

Von Aneke Dornbusch


9. Dezember

Von Rosa Leuze


8. Dezember


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Von Dr. F. Ede


7. Dezember

Advent heißt warten, sich freuen, sich vorbereiten.
Aber ich warte doch andauernd auf irgendetwas. Sei es das Ende der Pandemie oder das Paket, das schon gestern hätte ankommen sollen. Ich freue mich auch regelmäßig: Auf Gespräche mit Freunden und Familie, oder wenn ich am Wochenende einfach mal ausschlafen kann. Und fürs morgige Seminar habe ich mich auch schon vorbereitet.
Advent aber ist anders: Ich werde nicht gezwungen zu warten. Weder muss ich mich freuen noch etwas vorbereiten. Dennoch warte ich in diesen Tagen bewusst und voller Vorfreude auf das Kommen Christi. Besinne mich darauf, dass Gott selbst Mensch geworden ist, um uns Menschen zu befreien.
In diesem Sinne: Lasst uns die „Wartezeit“ dazu nutzen, uns zu freuen und daran zu erinnern, dass die Freiheit durch Jesus Christus für jeden Menschen (er)greifbar geworden ist.

Von Florian Weihmann


6. Dezember

Von Prof. M. Tamcke


5. Dezember

Von Lina Hantel


4. Dezember


Advent hat einen doppelten Charakter. Er ist eine Zeit der Hoffnung und Freude, aber auch eine Zeit der Einkehr und noch unvollendeten Erwartung. Der, den wir erwarten, kommt in Menschengestalt: als Mensch will Gott unter uns wohnen, und dies ohne Komfort und Kompromisse.
Die Skulptur zeigt uns einen sehr menschlichen Christus. Der Erlöser kommt im Fleisch. Seine Körperhaltung, seine Mimik ist durch Angst, ja Verzweiflung geprägt. Ich habe diese Plastik im letzten Sommer in der neoromanischen Kirche St. Adalbero in Würzburg (Zellerau) entdeckt und war sofort von ihr begeistert. Sie heißt „Die letzte Rast Christi“, stammt von Maurus (Valentin) Kraus und ist zu Anfang des 20. Jahrhunderts (vor 1904) entstanden.
Ganz bewusst möchte ich das heutige Türchen im Adventskalender mit diesem eher traurigen, nahezu depressiven Motiv gestalten. Es macht uns auf den Sinn und das Ziel der Adventszeit aufmerksam: Es geht im Advent und beim Weihnachtsfest letztlich darum, dass Gott selber uns am Kreuz erlöst hat. Advent darf auch und gerade dann sein, wenn wir am Ende unserer Kräfte sind.

Von Prof. T. Rudnig


3. Dezember

Von Svea Neumann


2. Dezember

Kitsch ist gefährlich!
„Kitsch ist gefährlich!“ Mit inbrünstigem Eifer lehrte mich das Professor Horst Schwebel in Marburg, als ich gerade zum Studium an die dortige Universität gezogen war und gespannt sein Seminar zu „Kirche und Kunst“ besuchte. „Kitsch ist gefährlich“, das hatte Professor Schwebel bei „seinem Lehrer Adorno“ gelernt, was mich einerseits schwer beeindruckte, sich mir andererseits doch nicht in letzter Brisanz erschließen wollte: Sollte Kitsch die Massen wirklich opium-gleich einlullen und die Verkehrtheit der bestehenden Verhältnisse grundsätzlich verkennen lassen? Und wer will denn allgemein bestimmen, was Kitsch ist?
So zog ich skeptisch von dannen. Doch alle Jahre wieder zur Adventszeit erkenne ich den tieferen Sinn dieser Worte: wenn ich morgens das Radio einschalte und José Feliciano „Feliz Navidad“ schmettert, oder, noch schlimmer, Wham „Last Christmas“ trällern. Dann bin ich nämlich regelmäßig kurz davor, ins Radio zu springen! Ob also Kitsch wie Opium fürs Volk wirkt, mag dahingestellt bleiben – die eigentlich gefährliche Dimension des Kitsches liegt noch ganz woanders: darin, dass dem Radio von mir der Garaus gemacht wird – und ich mir dabei die Hand verletze!
Doch keine Angst: Solchen Kontrollverlust konnte auch der schlimmste Kitsch bei mir bis heute nicht bewirken – ganz so gefährlich scheint der Kitsch dann doch nicht zu sein … Dennoch denke ich im bei gewissen Popsongs zur Adventszeit immer wieder respektvoll-schmunzelnd an Professor Schwebels Worte.
In diesem Sinne wünsche ich allen Leserinnen und Lesern eine gute Adventszeit und frohe Weihnachten!
Ihr Tobias Georges


1. Dezember